News | 04.11.2026

Dr. Cordas dos Santos erhält Artur-Pappenheim-Preis 2026

Mit dem Preis wurde wegweisende Forschung zur frühen Immuntherapie beim Multiplen Myelom ausgezeichnet.
Dr. David Cordas dos Santos, Arzt und Wissenschaftler der Medizinischen Klinik und Poliklinik III, wurde mit dem Artur-Pappenheim-Preis 2026 der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) ausgezeichnet. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis würdigt seine Forschung zum frühzeitigen Einsatz neuartiger Immuntherapien beim Multiplen Myelom, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jahrestagung der deutschsprachigen Fachgesellschaften in Wien statt.
Dr. Cordas dos Santos hat den Artur-Pappenheim-Preis 2026 erhalten

Cordas dos Santos begann seine Forschung in der Arbeitsgruppe von Prof. Sebastian Theurich, dem stellvertretenden Direktor der Medizinischen Klinik III, und forscht derzeit am Dana-Farber Cancer Institute und an der Harvard Medical School in Boston.

Immuntherapie bereits vor Ausbruch der Erkrankung

Das Multiple Myelom entwickelt sich häufig über Jahre aus zunächst symptomfreien Vorstufen. Beim sogenannten Smoldering Multiple Myelom sind bereits bösartig veränderte Plasmazellen im Knochenmark nachweisbar, ohne dass Organschäden auftreten. Die ausgezeichneten Forschungsarbeiten untersuchten, ob moderne Immuntherapien bereits in diesem Stadium wirksam eingesetzt werden können, um den Ausbruch der Erkrankung möglicherweise zu verhindern.

In zwei klinischen Phase-II-Studien, CAR-PRISM und ImmunoPRISM, wurden am Dana-Farber Cancer Institute unter der Leitung von Professorin Irene Ghobrial neuartige, gegen das Oberflächenprotein BCMA gerichtete T-Zell-Therapien untersucht. Cordas dos Santos war maßgeblich an der translationalen Forschung und wissenschaftlichen Auswertung beteiligt. Die Ergebnisse erschienen 2026 in der Fachzeitschrift Nature Medicine.

In der CAR-PRISM-Studie erhielten die Teilnehmenden genetisch veränderte körpereigene Immunzellen (CAR-T-Zellen), während in der ImmunoPRISM-Studie der bispezifische Antikörper Teclistamab eingesetzt wurde. Beide Therapien zeigten hohe Ansprechraten: Alle 20 mit CAR-T-Zellen behandelten Patienten und mehr als 80 Prozent der mit Teclistamab behandelten Patienten erreichten eine sogenannte MRD-Negativität, bei der selbst mit hochsensitiven Methoden keine Tumorzellen mehr nachweisbar waren.

Neue Perspektiven für die Behandlung

Die Ergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass T-Zell-gerichtete Immuntherapien bereits vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen wirksam sein könnten. Ob sich dadurch der langfristige Ausbruch der Erkrankung verhindern lässt, müssen weitere Studien zeigen. Auch mögliche Nebenwirkungen sind sorgfältig abzuwägen.

Ein Schwerpunkt der weiteren Forschung liegt darauf, besonders geeignete Patientinnen und Patienten zu identifizieren und die Sicherheit der Therapien zu verbessern.

"Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung", sagt Cordas dos Santos. "Für mich würdigt dieser Preis nicht nur die Ergebnisse unserer Studien, sondern auch einen Wandel in der wissenschaftlichen Betrachtung des Multiplen Myeloms: die Frage, ob wir mit modernen Immuntherapien bereits eingreifen sollten, bevor die Erkrankung Beschwerden verursacht."

Über den Artur-Pappenheim-Preis

Der Artur-Pappenheim-Preis wird seit 1970 von der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) vergeben. Er zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der klinischen, experimentellen oder theoretischen Hämatologie aus. Der jährlich verliehene Preis ist mit 7.500 Euro dotiert und wurde nach dem deutschen Hämatologen Artur Pappenheim benannt.

Publikationen

CAR-PRISM-Studie

Nadeem, O., Cordas dos Santos, D. M., Nikiforow, S. et al. (2026). Ciltacabtagene autoleucel in high-risk smoldering multiple myeloma: the CAR-PRISM phase 2 trial. Nature Medicine, 32, 2420–2429.

DOI: https://doi.org/10.1038/s41591-026-04365-y

ImmunoPRISM-Studie

Nadeem, O., Cordas dos Santos, D. M., Magidson, S. et al. (2026). Teclistamab versus lenalidomide-dexamethasone in high-risk smoldering multiple myeloma: a randomized phase 2 trial. Nature Medicine, 32, 3812–3822.

DOI: https://doi.org/10.1038/s41591-026-04642-w

Kontakt

Dr. David Cordas dos Santos 

Medizinische Klinik III