Nationales Register für das Makulaschichtforamen (LMH-Register)

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Makulaschichtforamen (engl.: Lamellar Macular Hole) ist eine im Kontext der pathologischen hinteren Glaskörperabhebung auftretende Erkrankung des vitreomakulären Übergangs, welche sich dem Spektrum der traktiven Makulopathien zuordnen lässt.

Erstmalig von J. Donald M. Gass im Jahr 1975 als ovale, rötliche Läsion ohne Foramenformation im schmalen Lichtspalt beschrieben, wurde es durch die Entwicklung der Spectral Domain-Optischen Kohärenz Tomographie (SD-OCT) im Jahr 2003 durch Duker et al. und zuletzt durch Hubschman et. al neu klassifiziert.
So wird das Makulaschichtforamen OCT-morphologisch definiert durch 1) eine irreguläre foveale Kontur, 2) foveale Kavitäten mit unterminierenden Kanten und 3) Zeichen des Gewebeverlusts.

Zusätzliche Merkmale können auftreten wie 4) Epiretinale Proliferation (EP), 5) fovealer Buckel und 6) Defekte der ellipsoiden Zone. 

Die daraus resultierende morphologische Abgrenzung von anderen nicht-durchgreifenden Makuladefekten wie dem Pseudoforamen und der ERM-Foveoschisis, sowie deren assoziierten prämakulären Membranen ist von hoher klinischer und ultrastruktureller Relevanz. Sie ermöglicht die retrospektive und prospektive Beurteilung des Spontanverlaufs, der Progressionstendenz, sowie der Notwendigkeit und zeitlichen Planung einer chirurgischen Intervention.

Zielsetzung des Registers

Das Ziel dieser national-geplanten multizentrischen Registerstudie ist es, ein tiefergehendes und wissenschaftlich-fundiertes Verständnis über Pathophysiologie, Spontanverlauf und operative Therapiestrategien beim Makulaschichtforamen zu erhalten, was durch eine standardisierte und multizentrische Erfassung unterschiedlicher Operationstechniken, prä-, intra- und postoperativer morphologischer Parameter, sowie verlängerten Beobachtungsdauern von funktionellen und strukturellen Biomarkern ermöglicht wird.

Design der Registerstudie mit Empfehlungen zu Verlaufsintervallen

Studiendesign mit retrospektiven und prospektiven Zeitpunkten der Datenerhebung:

LMH Studiendesign mit retrospektiven und prospektiven Zeitpunkten der Datenerhebung

Auswahl der Studienpopulation:

Einschlusskriterien:

  • Morphologische Diagnose eines LMH (OCT) nach Hubschmann et al. 1
  • Schriftliche Einverständniserklärung

Ausschlusskriterien:

  • Z.n. Endophthalmitis
  • Z.n. Pars plana Vitrektomie, außer ppV mit Indikation LMH
  • Z.n. perforierender/penetrierender Bulbusverletzung
  • Retinale Begleitpatholgien:
  1. Neovaskuläre AMD/Z.n. IVOM Therapie/Uveitis posterior/CMÖ
  2. Hereditäre Makulopathien

1Hubschman JP, Govetto A, Spaide RF, et al. Optical coherence tomography-based consensus definition for lamellar macular hole. Br J Ophthalmol. Dec 2020;104(12):1741-1747. doi:10.1136/bjophthalmol-2019-315432

Studienzentren

Logos der LMH-Register Studienzentren

LMH-Register Team

Studienleiter
Univ. Prof. Dr. med. Siegfried Priglinger, FEBO
Direktor der Augenklinik
Dr. J. Klaas
Dr. med. Julian Klaas, FEBO
Oberarzt

Kontakt:

LMH-Register Studienleitung

Augenklinik des LMU Klinikums München

Mathildenstraße 8
80336 München
Studienassistenz
Dr. med. Franziska Eckardt
Dr. med. Franziska Eckardt
Assistenzärztin
Dr. med. Elisa Osterode
Assistenzärztin
Dr. med. Lina Farhoumand
Assistenzärztin