Allgemeine und ambulante Kinder-Chirurgie

In unserer allgemeinchirurgischen Sprechstunde betreuen wir Patientinnen und Patienten mit einem breiten Spektrum angeborener oder erworbener Erkrankungen. Diese lassen sich häufig typischen Krankheitsbildern zuordnen, von denen wir die gängigsten nachfolgend für Sie erläutern.

Nach sorgfältiger körperlicher und bedarfsweiser apparativer Untersuchung (Sonographie, Röntgendiagnostik, Laboruntersuchung, etc.) diagnostizieren wir den vorliegenden Befund und beraten Sie gerne bezüglich der Notwendigkeit und Dringlichkeit einer eventuellen operativen Therapie. Sollte bei komplexeren Fällen eine Weiterleitung in eine andere Spezialsprechstunde oder eine sonstige interdisziplinäre Mitbeurteilung nötig sein, unterstützen wir Sie und Ihr Kind natürlich bei der weiteren Koordination.

Während der Embryonalzeit wandern die Hoden vom Bauchraum durch die Leistenkanäle in den Hodensack (Skrotum). Die Leistenkanäle verkleben in der Regel anschließend und dichten das Skrotum gegen den Bauchraum ab. Häufig kommt es hierbei jedoch zu abgekapselten Flüssigkeitsansammlungen im Bereich des Samenstranges (Hydrocele funiculi) oder gar einem Offenbleiben des Leistenkanals, durch den Flüssigkeit aus dem Bauchraum lageabhängig in das Skrotum ein- und austreten kann (Hydrozele communicans). Je nach Befund und Ausprägung ist hierbei eine operative Korrektur notwendig.
Bei der Phimose handelt es sich um eine Vorhautverengung. Diese verhindert, dass die Vorhaut über die gesamte Penisspitze zurückgestreift werden kann. Bis etwa zum 6. Lebensjahr stellt dies einen Normalzustand dar und ist normalerweise nicht behandlungsbedürftig. Nur bei älteren Kindern oder auftretenden Beschwerden wie schmerzhaften Erektionen, Entzündungen oder Problemen beim Wasserlassen ist eine Therapie notwendig. Wir unterstützen Sie gerne bei der Beurteilung und beraten Sie und ihr Kind hinsichtlich konservativer oder operativer Therapieoptionen.

ACHTUNG: wird die (zu enge) Vorhaut gewaltsam hinter die Eichel zurückgezogen, kann sie dort einschnüren, die Blutversorgung beeinträchtigen und stark schmerzhafte Schwellungen verursachen („Paraphimose“). Dies stellt einen urologischen Notfall dar und muss umgehend in der Notfallambulanz behandelt werden!

Während der Embryonalzeit wandern die Hoden vom Bauchraum durch die Leistenkanäle in den Hodensack. Wird hierbei die Strecke nicht vollständig bewältigt, kommen die Hoden üblicher Weise im Leistenkanal zu liegen. Da hier jedoch die körpereigene Temperaturregulierung nicht adäquat stattfinden kann, besteht ein erhöhtes Risiko einer Schädigung des Hodengewebes. Beim Verdacht eines Hodenhochstandes unterstützen wir Sie daher gerne mit Untersuchung, Beurteilung und Beratung. Bei entsprechender Indikation führen wir eine operative Korrektur durch.

Bei erhöhtem intraabdominellem Druck (Husten, Pressen beim Stuhlgang, sportliche Betätigung, o.Ä.) können Darmschlingen durch präformierte Muskellücken hindurchtreten. Je nach Lokalisation treten hierbei meist sichtbare Schwellungen in der Leiste (Leistenhernie), am Nabel (Nabelhernie) oder an der Bauchdecke oberhalb des Nabels (epigastrische Hernie) auf. Manchmal sind diese Vorwölbungen auch mit Schmerzen verbunden. Abhängig vom Typus und dem Patientenalter reicht unsere Betreuung von regelmäßigen klinischen Kontrollen bis hin zur operativen Therapie. Diese können wir oft auch minimalinvasiv (laparoskopisch / „Schlüssellochtechnik“) durchführen.

ACHTUNG: bei akuten Einklemmungen mit anhaltenden starken Schmerzen, bläulich-rötlichen Verfärbungen und Verhärtungen ist eine sofortige Abklärung über unsere Notfallambulanz notwendig!

Manchmal liegt hier ein Trauma (eingeschlossener Fremdkörper wie Glas- oder Holzsplitter) zugrunde. Häufiger finden sich angeborene oder spontan aufgetretene, meist gutartige Weichteiltumore (Dermoidzyste, Atherom, Pilomatrixom). Die exakte Zuordnung kann in der Regel nur durch eine operative Entfernung und histopathologische Untersuchung erfolgen. Im Bedarfsfall führen wir zusätzliche bildgebende Untersuchungen (Sonografie, Röntgen, MRT) durch.
Durch milde Fehlentwicklungen in der Embryonalzeit können im Kopf- und Halsbereich Fistelgänge und Höhlen auftreten, die sich wiederkehrend entzünden können. Abhängig von der Lokalisation lässt sich hierbei zwischen medianen („in der Mittellinie gelegenen") und lateralen („seitlichen") Halszysten unterscheiden. Oft finden sich auch nur punktförmige Öffnungen, aus denen Sekret austreten kann. In der Regel ist hier eine operative Sanierung notwendig.
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 Dr. med. Jakob Mühling

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